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[ 2026 ]
Reduzierte Linienzeichnung: Bürofläche mit gläsernen Einzelbüros an der Fensterfront, offener Gruppenzone und Loungeecke, Personen in unterschiedlichen Zonen

Arbeitswelt

Welche Büroform passt zu welcher Arbeit?

Andreas Römer · 07.10.2026 · 4 min

„Wir wollen etwas Offenes, Modernes.“ Mit diesem Wunsch beginnen viele Gespräche über ein neues Büro. Welche Arbeit in diesem offenen, modernen Raum stattfinden soll, ist zu diesem Zeitpunkt oft noch gar nicht besprochen.

Diesen Wunsch habe ich in den letzten Jahren in vielen Gesprächen gehört, häufig zusammen mit der Einschätzung, Einzelbüros seien heute nicht mehr zeitgemäß. Beides ist verständlich. Beides nimmt aber eine Entscheidung vorweg, die eigentlich erst am Ende stehen sollte.

Die Büroform ist keine Stilfrage. Sie entscheidet darüber, wie gut sich konzentriert arbeiten lässt, wie schnell sich ein Team abstimmen kann und wie viel Fläche am Ende tatsächlich gebraucht wird.

Zuerst die Arbeit, dann die Form

Warum Planung bei der Organisation beginnt, haben wir im Beitrag „Raum folgt Organisation“ beschrieben. Dieser Artikel setzt dort an. Wenn klar ist, wie gearbeitet wird, lässt sich die passende Form fast ableiten.

Vier Fragen tragen dabei den größten Teil der Entscheidung. Wie groß ist der Anteil konzentrierter Einzelarbeit? Wie eng müssen Kolleginnen und Kollegen sich abstimmen oder gegenseitig vertreten? Wie viel Vertrauliches wird besprochen, am Tisch oder am Telefon? Und wie regelmäßig sind die Leute überhaupt vor Ort?

Die klassischen Raumformen

Die Arbeitsstättenregel ASR A1.2 unterscheidet im Kern vier Raumformen. Jede hat eine Tätigkeit, für die sie besonders gut funktioniert, und eine, bei der sie an Grenzen stößt.

Zellenbüro. Einzel- oder Mehrpersonenbüros, meist an der Fassade aufgereiht und über einen Flur erschlossen. Mehrpersonenbüros haben in der Regel bis zu sechs Arbeitsplätze. Das Einzelbüro ist stark bei Vertraulichkeit und Konzentration, und für manche Tätigkeiten gibt es bis heute keine bessere Form. Das kleine Mehrpersonenbüro passt zu Teams, die sich ständig kurz abstimmen und gegenseitig vertreten. Die Schwäche liegt im Austausch über die Tür hinaus: Wer zu einem anderen Team will, muss aufstehen und hingehen.

Gruppenbüro. Fensternahe Einheiten für in der Regel bis zu 25 Arbeitsplätze, klar abgegrenzt, oft von einer ganzen Abteilung belegt. Hier funktioniert enge Zusammenarbeit gut. Für lange konzentrierte Phasen ist das Gruppenbüro nur bedingt geeignet, weil sich die Arbeitsplätze akustisch nur mit erheblichem Aufwand voneinander trennen lassen.

Kombibüro. Kleine Einzelkojen, gruppiert um eine gemeinsame Zone mit Besprechungsecken, Ablage und Teeküche, durch Glas miteinander verbunden. Die Form passt zu Organisationen, in denen viel konzentriert allein gearbeitet wird und trotzdem Raum für Begegnung gebraucht wird. Sie beansprucht insgesamt viel Fläche, auch wenn die einzelne Koje klein ist.

Großraumbüro. Räume ab 400 m² Grundfläche. Der Vorteil zeigt sich dort, wo Teams sich häufig neu zusammensetzen. Damit dort konzentriert gearbeitet werden kann, braucht es eine klare Gliederung in Zonen und eine Akustik, die von Anfang an mitgeplant ist.

Open Space ist keine Büroform

Hier liegt eines der häufigsten Missverständnisse. Open Space und Multispace tauchen in der ASR nicht als eigene Raumform auf. Es sind Konzepte, die mehrere Bereiche kombinieren: offene Arbeitsplätze, Rückzugsräume, Besprechungszonen, Telefonkabinen. Beim Multispace werden zusätzlich die Fokusplätze variiert, meist größere Gruppenbüros mit einigen kleineren Einheiten.

Für die Planung macht das einen großen Unterschied. Fehlen die Rückzugsorte, bleibt vom Open Space im Alltag ein Großraum übrig. Das habe ich mehr als einmal gesehen. Ein funktionierender Open Space entsteht erst dadurch, dass es für jede Art von Tätigkeit einen passenden Ort gibt, auch für das vertrauliche Telefonat.

Der Irrtum mit der Fläche

Großraum gilt oft als die sparsame Lösung, und genau mit diesem Argument begegnet er mir immer wieder. Die Richtwerte der ASR A1.2 sehen das anders. Für Zellenbüros nennt sie 8 bis 10 m² je Arbeitsplatz, einschließlich Möblierung und anteiliger Verkehrsflächen. Für Großraumbüros sind es 12 bis 15 m², weil mehr Wege gebraucht werden und die gegenseitige Störung größer ist.

Wer aus Kostengründen öffnet, sollte deshalb vorher rechnen. Der eigentliche Hebel für Fläche liegt meist woanders: in der Frage, wie viele Arbeitsplätze bei der tatsächlichen Anwesenheit wirklich gebraucht werden.

Die Form ist selten eine einzige

In der Praxis passt zu den meisten Organisationen eine Mischung. Die Buchhaltung braucht etwas anderes als der Vertrieb, das Projektteam etwas anderes als die Geschäftsführung. Eine gute Planung übersetzt diese Unterschiede in Zonen, statt die ganze Fläche einer Form zu unterwerfen.

Wenn Sie vor der Frage stehen, welche Büroform zu Ihnen passt, beginnen wir gern mit dem, was in Ihrem Büro tatsächlich passiert. Sprechen Sie uns an.

[ über den autor ]
Andreas Römer, Gründer von wørkstudio+

Andreas Römer – Gründer

Andreas Römer begleitet seit über 25 Jahren Projekte in der Möbel- und Objekteinrichtungsbranche – vom Designmöbel-Vertrieb (u. a. als Sales Manager bei Fritz Hansen) bis zum Objektgeschäft mit Büro- und Hotelprojekten. Seine fachlichen Schwerpunkte sind Raumakustik und Nachhaltigkeit. Staatlich geprüfter Betriebswirt der Fachrichtung Möbelhandel.

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Welche Arbeit findet in Ihrem Büro eigentlich statt?

Wir beginnen mit Ihren Tätigkeiten und leiten daraus die passende Mischung aus Raumformen ab, bevor über Möbel gesprochen wird.

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wørkstudio+ ist Fachhandel für Objekteinrichtung mit Beratungs- und Planungsanspruch im Rhein-Main-Gebiet. Wir gestalten Arbeitswelten, Büros und Objektflächen – von der Bedarfsanalyse über die Raumplanung bis zur schlüsselfertigen Einrichtung. Für Unternehmen, die ihre Räume als Ausdruck ihrer Haltung verstehen.

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